Sonderausstellung in Pirna-Zuschendorf
21. Mai bis 26. Juli 2009

Saftig, süß, aromatisch, duftend und ein wenig erotisch: Unsere Gartenerdbeere wird ein viertel Jahrtausend jung!

"Wind - und Erdbeerspiele" in den Botanischen Sammlungen der TU Dresden - Landschloß Pirna-Zuschendorf

Das Spielerische steht im Vordergrund. Die Elemente Ton, Metall und Pflanze lassen sich aufeinander ein. Vom 21. Mai bis 26. Juli 2009 werden die Wind - und Erdbeerspiele in den Botanischen Sammlungen, Landschloss Zuschendorf, ausgetragen. Erdbeerarten aus der "Sammlung Professor Staudt" inspirierten die Keramikerin Luise Kallweit, den Metallgestalter Volker Mixsa und den Erdbeerzüchter Dr.Klaus Olbricht zu einer Ausstellungsidee.

Weibliche, männliche und zwittrige Erdbeerpflanzen werden mit ihren Ausläufern um die Wette laufen; die Weltkugel der Erdbeeren wird sich drehen. Immerhin finden wir natürliche Vorkommen von Erdbeerarten auf vier Kontinenten. Windspiele weisen den Weg zu den Sehenswürdigkeiten im Park. Die enorme Vielfalt der Blüten, Früchte und Blätter versetzt den Betrachter in Erstaunen. Alle Sinne werden gefordert sein.

Die Erdbeere feiert Geburtstag, schon zum 250. Mal und es gibt auch eine Torte! Doch diese wird ganz anders als erwartet sein. Zwei Arten von beiden amerikanischen Subkontinenten stehen im Mittelpunkt: Die nordamerikanische Erdbeere (Fragaria virginiana) wurde erstmals in Europa 1623 erwähnt. Als eine der wenigen guten Taten von Militärs in der Menschheitsgeschichte kann die Einführung der chilenischen Erdbeere (Fragaria chiloensis) durch den französischen Offizier Frezier vor fast 300 Jahren nach Europa verstanden werden.

So trafen sich die Süd- und die Nordamerikanerin nicht wie zu erwarten in Mittelamerika, sondern beide mußten weit und abenteuerlich über die Meere segeln, um sich nun in Europa zu einer zunächst spontanen Kreuzung zu treffen. Dieser zu unserem Glück auch erkannte Zufall ließ unsere heute bekannte und reichlich verspeiste Kulturform der Erdbeere entstehen.

Die beiden Partner gingen eine besonders schmackhafte Liaison miteinander ein, weshalb dieses großfrüchtige Kreuzungsprodukt auch aufgrund seines fruchtigen Aromas Ananaserdbeere (Fragaria ×ananassa) genannt wird. Erstmals 1759 wurden diese Formen durch P. Miller beschrieben.

Heute denkt wohl kaum einer noch an Ananas; viel zu sehr hat sich der Erdbeergeschmack eigenständig durchgesetzt. Am liebsten träumen wir von ‚Mieze Schindler', jene Pillnitzer Dame, die so herrlich wohlschmeckend und duftend ist. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte…

Da gibt es noch viele zu erzählen: Ein keramisches Erdbeermärchenbuch frei nach den Gebrüdern Grimm wird aufgeschlagen; auch die liebe "Verwandtschaft", das heißt andere Pflanzen aus der Familie der Rosengewächse kommen zum Fest. Wir können also den 250. Geburtstag dieses Jahr begehen.

Feiern Sie mit und entdecken Sie auf der Ausstellung viel Spannendes über eine trotz hohen Alters sehr junge Frucht, die wohl keiner missen möchte! Geöffnet ist die Ausstellung bis 26.Juli 2009: Di - Fr 10.00 - 18.00 Uhr Sa + So 10.00 - 17.00 Uhr Der Eintritt kostet 3.- €, ermäßigt 2.- € Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kamelienschloss.de

Das Landschloß Pirna-Zuschendorf liegt weniger als 5 km von den Abfahrten Bahretal und Pirna der Autobahn A 17 Dresden-Prag entfernt.

Mit freundlichen Grüßen,
Matthias Riedel

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